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Entscheiden

Die Salespage ist zu 90 Prozent fertig, aber das Angebot trotzdem wieder nicht gelauncht. Wie können wir damit arbeiten?

Von Alissa Smajilovic · 6 Min. Lesezeit

Deiner Salespage fehlt nur noch ein Link. Ein Link und dann die Entscheidung, den Launch zu starten. Stattdessen hast du gestern noch ein zweites Angebot ausgearbeitet, um „das Konzept nochmal von Grund auf neu zu denken“. Zum dritten Mal.

Von außen sieht das aus wie Sorgfalt, manche würden es Perfektionismus nennen. Du nennst es vielleicht Qualitätsanspruch.

Aber rechnen wir kurz ehrlich: Jeder Monat, den die Seite so liegt, ist ein Monat Umsatz, der nie nachgeholt wird. Und es sind verlorene Daten. Selbst ein Launch, der bei null endet, hätte dir Daten gegeben, die du jetzt nicht hast.

Und jedes Mal kommt ein „Ich bin in zwei Wochen so weit“. Mit jeder Verschiebung wächst der Anspruch, dass sich der Launch dann auch lohnen muss, am besten gleich als 10k-Launch. Also wird er größer gedacht, schwerer, länger, komplizierter. Und rückt weiter weg.

Du bist nicht undiszipliniert

Oft kommen dann Gedanken wie „Ich bin dafür nicht gemacht“ oder „Es ist nicht das richtige Angebot, sonst hätte ich es längst gelauncht“. Nicht der richtige Zeitpunkt. Noch kein No-Brainer. Ich bin mir nicht sicher.

Aus meiner Arbeit kann ich nur sagen: Die Frauen, die an diesem Punkt stehen, sind fast immer die diszipliniertesten im Raum. Die sorgfältigsten. Die, die die Theorie längst verstanden haben und wahrscheinlich selbst Business-Coaching geben könnten, in der Theorie natürlich. Es sind meist Frauen, die Kundinnenprojekte zuverlässig zu Ende führen, nur das eigene nicht. Frauen, die auch ganz andere, viel größere Projekte im eigenen Leben zu Ende bringen und das sogar ziemlich schnell.

Es geht hier also weniger um Charakter. Manchmal, aber nicht immer, geht es um Identität. Vor allem geht es um ein Muster, das eine Funktion hat. Die Salespage, der Launch, ist der Moment, in dem dein Business zum ersten Mal eine echte Antwort vom Markt bekommen könnte. Ein Ja oder ein Nein, das du nicht mehr kontrollierst. Immer wieder überdenken, neu anfangen, überarbeiten, DAS ist sicher. Dort kann kein Shitstorm entstehen, dort kann nichts abgelehnt werden und dort kann auch keine Stille von der Audience herrschen, denn dort bist du allein mit deinem Konzept. Dieses „Nochmal neu denken“ fühlt sich wie Arbeit an. In Wahrheit ist es Schutz vor einer Reaktion. Ein Schutz, der sich zu Beginn nicht wie Schutz anfühlt und genau deshalb ein bisschen tricky ist.

Woran ich als Erstes denke, wenn ich das sehe

Wenn eine Kundin mir davon erzählt, prüfe ich drei Dinge.

Zuerst die Strategie: Ist die Salespage auf die Userin und die Conversion optimiert? Fehlen Elemente? Wie sieht der Launch-Prozess aus? Wie wird das Angebot kommuniziert und erreicht es die Kundin an dem Punkt, den sie überhaupt wahrnimmt? Aber: Manche Angebote sind so offen konstruiert, dass man ewig an ihnen weiterbauen kann. Und was endlos verbesserbar ist, wird endlos verbessert.

Dann sehe ich mir die Identitätsaspekte näher an. Wer würde da eigentlich launchen? Eine Salespage veröffentlicht nicht nur ein Angebot, sie veröffentlicht eine Version von dir. Und wenn diese Version innerlich noch nicht entschieden ist, kann ich hundertmal an der Strategie arbeiten und es passiert wieder dasselbe.

Und dann ein Datenpunkt, der für mich oft den Ausschlag gibt: Fühlt sich meine Kundin sicher, so gesehen zu werden? Wie reagiert ihr Körper? Was sagt uns das über ihr System? Und wie können wir ihr System unterstützen? Eine echte Marktreaktion auszuhalten, ohne sofort zu korrigieren, zu relativieren oder zu verschwinden, ist keine Willensfrage. Es ist eine Frage der Kapazität. Und die ist an diesem Punkt oft nicht vorhanden oder aufgebraucht. Wie das aussieht, ist sehr individuell.

So sieht das in meiner Arbeit aus

Eine meiner Kundinnen stand vor ihrem ersten eigenen Verkauf. Nichts war ausgearbeitet, keine Seite, keine Prozesse, nach der üblichen Logik hätte sie noch Monate bauen müssen. Wir hatten ein einziges kurzes 1:1 und es ging nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern um das Gegenteil: Mach es wischiwaschi. Das Ziel war eine neue, kleine Experience für ihr Hier und Jetzt. Eine Experience, die ihrem Nervensystem genug Raum gibt, um sich zu erholen und Kapazität aufzubauen für ein etwas größeres Ding.

Danach hat sie ihren Workshop einfach in der Story angeteasert, so unfertig, wie er war. Innerhalb der ersten Stunde haben fünf Frauen blind gebucht. Nicht weil irgendein Funnel perfekt war.

Wenn deine Salespage seit Monaten bei 90 Prozent steht, ist die ehrliche Frage also oft nicht, wie du dich endlich disziplinierst oder entscheidest. Sondern auf welcher Ebene dein Zögern gerade recht hat: Strategie, Identität oder Kapazität. Genau das finde ich mit Frauen heraus, bevor wir irgendetwas fertigstellen.

Genau an dieser Verbindung arbeite ich: Strategie, Identität und Kapazität als ein System. Wie das aussieht, findest du unter Solution Design. Ob es zu dir passt, klärt sich am besten im Gespräch.

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Dieser Text spiegelt meine Perspektive und meine Arbeit wider. Er ist keine medizinische oder therapeutische Beratung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Ich arbeite nicht diagnostisch und verweise bei Bedarf an entsprechende Fachpersonen.