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Führung

„Bis ich es erklärt habe, mache ich es selbst.“ Einmal erklären kostet einmal. Selbst machen kostet für immer.

Von Alissa Smajilovic · 6 Min. Lesezeit

Du wolltest die Aufgabe wirklich abgeben. Aber mitten im Erklären hast du gemerkt, dass es schneller geht, wenn du es einfach selbst machst. Also hast du mitten im Satz aufgehört. Wieder.

Von außen sieht das aus wie Effizienz und im Einzelfall stimmt es ja: Jetzt, in dieser Minute, wärst du selbst schneller. Nur wird aus diesem Einzelfall dein Betriebssystem.

Aber rechnen wir kurz ehrlich: Einmal erklären kostet einmal. Immer selbst machen kostet für immer. Diese Rechnung verliert das Erklären nur deshalb, weil der Vergleich immer im Einzelfall stattfindet, heute, unter Zeitdruck, wo selbst machen tatsächlich schneller ist. Auf ein Jahr gerechnet gewinnt das Erklären haushoch, aber auf ein Jahr rechnet in dem Moment niemand.

Und je öfter du abbrichst, desto wahrer wird der Satz, mit dem du es begründest: Sie kann es wirklich nicht so schnell wie du. Woher auch.

Du kannst erklären, es zeigt dir nur etwas

Oft kommen dann Gedanken wie „Bis ich es erklärt habe, bin ich dreimal fertig“ oder „Es liegt an mir, ich kann nicht gut erklären“. Sie fragt eh gleich wieder nach. Am Ende muss ich es sowieso korrigieren.

Aus meiner Arbeit kann ich sagen: Das Erklären fühlt sich so zäh an, weil es in Wahrheit zwei Arbeiten gleichzeitig sind. Du zeigst die Aufgabe und du bringst zum ersten Mal in Worte, was seit Jahren nur in dir steckt: die Handgriffe, die Ausnahmen, das Bauchgefühl, nach dem du entscheidest. Nichts davon steht irgendwo. Beim Erklären wird sichtbar, wie viel von deinem Business ausschließlich in dir existiert, und das ist unbequem, denn es zeigt, wie abhängig alles von dir ist. Der Abbruch mitten im Satz erspart dir beides: die doppelte Arbeit und den Blick auf diese Abhängigkeit.

Woran ich als Erstes denke, wenn ich das sehe

Wenn eine Kundin mir davon erzählt, prüfe ich drei Dinge.

Zuerst die Strategie: Übergaben brauchen ein Format, sonst ist jede Übergabe eine Ad-hoc-Leistung, die dich Kraft kostet. Das kann so einfach sein wie ein kurzes Video, in dem du die Aufgabe einmal machst und dabei laut denkst. Einmal aufgenommen statt dreimal erzählt und die Nachfragen beantwortet ab dann die Aufnahme.

Dann die Identitätsaspekte, denn hier liegt bei diesem Muster meistens der Kern: Die Macherin misst ihren Wert an Geschwindigkeit und Output, für sie ist jede Minute Erklären verlorene Produktivität. Die Führende misst ihren Wert daran, was ohne sie läuft. Zwischen diesen beiden Rollen liegt der Moment mitten im Satz, in dem du die Aufgabe zurücknimmst. Es ist kein Erklär-Problem. Es ist die alte Rolle, die die Messlatte hält.

Und dann ein Datenpunkt, der für mich oft den Ausschlag gibt: Was passiert in ihr, während sie erklärt und es langsam geht? Die Ungeduld, die da hochzieht, ist körperlich, ein Druck, der sagt: schneller, selbst, jetzt. Langsamkeit auszuhalten, während jemand lernt, ist Kapazität. Wer selbst nie die Erlaubnis hatte, langsam zu lernen, für die ist dieser Moment doppelt schwer.

So sieht das in meiner Arbeit aus

In meiner Arbeit wird die Übergabe selbst zur Übung, nicht die Aufgabe. Eine einzige Aufgabe, einmal vollständig erklärt, ohne sie zurückzunehmen, mit einem vorher notierten Plan für den Impuls mittendrin, denn der kommt sicher. Und mit einem ehrlichen Satz, der den Druck rausnimmt: Die erste Übergabe ist immer die teuerste. Jede weitere wird billiger, aber nur, wenn die erste stattfinden darf.

Wenn du regelmäßig mitten im Erklären aufhörst, ist die ehrliche Frage also oft nicht, wie du besser erklärst. Sondern ob deine Übergaben ein Format haben, mit welcher Messlatte du deinen Wert misst und was dein System aushalten muss, während jemand langsamer ist als du. Genau das finde ich mit Frauen heraus, bevor die nächste Aufgabe wieder bei dir landet.

Genau an dieser Verbindung arbeite ich: Strategie, Identität und Kapazität als ein System. Wie das aussieht, findest du unter Solution Design. Ob es zu dir passt, klärt sich am besten im Gespräch.

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Dieser Text spiegelt meine Perspektive und meine Arbeit wider. Er ist keine medizinische oder therapeutische Beratung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Ich arbeite nicht diagnostisch und verweise bei Bedarf an entsprechende Fachpersonen.